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Ortstermin und mündliche Verhandlung in Sachen „Marktkirchenfenster“

Wegen der Klage gegen den Einbau des sogenannten Reformationsfensters in das mittlere Südfenster der Marktkirche in Hannover hat die 18. Zivilkammer einen Ortstermin am Mittwoch, 21.10.2020, 11:00 Uhr angesetzt. Ein anschließender Termin zur mündlichen Verhandlung ist anberaumt für Dienstag, 03.11.2020, 11:00 Uhr.

Bei dem Kläger handelt es sich um den Erben des im Zeitraum von 1946-1959 für den Wiederaufbau der Marktkirche verantwortlichen Architekten. Mit der Klage möchte er den Einbau eines von dem Künstler Markus Lüpertz entworfenen Glaskunstwerkes in der Marktkirche verhindern.

Der Kläger beruft sich darauf, dass der Einbau des Reformationsfensters das Urheberrecht des Architekten verletze. Er ist davon überzeugt, dass das geplante Glasfenster dem gotisch geprägten Innenraum der Marktkirche widerspreche, da es keines der dort verkörperten Wesens- und Stilmerkmale aufweise; das von dem Architekten geplante Bauwerk und der von Markus Lüpertz geschaffene Entwurf stünden in offenem Widerspruch. Bereits vorgerichtlich hatten sich die Parteien über den Entwurf, die Anfertigung sowie einen eventuellen Einbau des Reformationsfensters ausgetauscht, nachdem der Kirchenvorstand dem Kläger mitgeteilt hatte, dass der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder der Marktkirche anlässlich des Reformationsjubiläums ein Buntglasfenster schenken wolle. Auch im Zuge von persönlichen Gesprächen konnte allerdings keine Einigung erzielt worden.

Das Gericht wird sich bei dem Ortstermin selbst einen Eindruck von dem künstlerischen Gesamteindruck der Marktkirche verschaffen. Knapp eine Woche später soll dann im Gerichtssaal die mündliche Verhandlung unter Beteiligung beider Parteien stattfinden.

Az.: 18 O 74/19

Dr. Dominik Thalmann

Richter am Landgericht

Pressesprecher

Artikel-Informationen

erstellt am:
24.07.2020

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