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Ergänzung der Monatsvorschau Juli 2020

Diese Medieninformation enthält weitere Termine der im Juli 2020 beginnenden Hauptverhandlungen der großen Strafkammern des Landgerichts Hannover.

I.

2. große Strafkammer

Strafverfahren gegen

Dennis L., geb. 1987

Verteidiger: Rechtsanwalt Christoph Rautenstengel, Hannover

wegen gefährlicher Körperverletzung

Prozessauftakt:

Montag, 20.07.2020, 08:30 Uhr, Saal 1 H 1

Fortsetzungstermin:

22.07.2020, 09:00 Uhr, Saal 1 H 1

Gegenstand:

Dem Angeklagten wird gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt: Zwischen dem 29.12.2018 und 04.01.2019 soll er in Hannover diverse Straftaten zum Nachteil seines damaligen Lebenspartners begangen haben: So soll er den Geschädigten am 29.12.2018 aus Eifersucht mehrfach mit der flachen Hand in das Gesicht geschlagen und ihm dadurch die Nase gebrochen haben, weil er angenommen haben soll, dass der Geschädigte auf seinem Mobiltelefon Nachrichten von einem anderen Mann empfangen habe. Anschließend soll er auf dem Arm des Geschädigten eine brennende Zigarette ausgedrückt haben. In den darauffolgenden Tagen soll der Geschädigte den Entschluss gefasst haben, die Beziehung zu beenden. Bei einem Spaziergang in der Pfarrstraße soll der Angeklagte dann ein Rasiermesser gezogen, dem Geschädigten einen etwa 6 cm langen Schnitt am Hals zugefügt und ihm einen Schlag mit der Faust ins Gesicht versetzt haben. Der Geschädigte musste anschließend im Krankenhaus operativ versorgt werden. Bei der Tat soll der Angeklagte eine Blutalkoholkonzentration von 2,77 Promille gehabt haben.

(Az.: 40 KLs 4/20)

(Stichwort: „Messerangriff aus Eifersucht“)

II.

Strafkammer 18

Strafverfahren gegen

1. Ahmet E., geb. 1989

(Verteidiger: Rechtsanwalt Willig und Rechtsanwalt Hoppe, Laatzen)

2. Eugen K, geb. 1990

(Verteidiger: Rechtsanwalt Ulrich Schmidt, Hameln)

3. Tobias Z., geb. 1991

(Verteidiger: Rechtsanwalt Lindemann, Bad Oeynhausen,

Rechtsanwältin Tchelpanova, Laatzen)

4. Stefan M., geb. 1969

(Verteidiger: Rechtsanwalt Hartung, Laatzen)

wegen gewerbsmäßigen Betruges

Prozessauftakt:

Dienstag, 21.07.2020, 09:30 Uhr, Saal H 2

Fortsetzungstermine:

Donnerstag, 23.07.2020, 09:00 Uhr, Saal H 2

Mittwoch, 05.08.2020, 09:00 Uhr, Saal H 2

Dienstag, 18.08.2020, 09:00 Uhr, Saal H 2

Gegenstand:

Den Angeklagten wird unter anderem gewerbsmäßiger Betrug zur Last gelegt: Zwischen dem 23.04.2012 und dem 09.03.2016 sollen sie in der Region Hannover insgesamt 14 Straftaten begangen haben. Im Wesentlichen sollen die Angeklagten in wechselndem Zusammenwirken Verkehrsunfälle gestellt und vermeintliche Schäden gegenüber der jeweiligen Haftpflichtversicherung geltend gemacht haben. Hierbei sollen typischerweise besonders werthaltige Fahrzeuge etwa vom Typ Mercedes oder BMW in bewusst herbeigeführte Unfälle verwickelt worden sein. Am 28.01.2016 sollen die Angeklagten beispielsweise einen Wildunfall auf einer Bundesstraße in Bückeburg vorgetäuscht haben; im Anschluss soll die Polizei verständigt und der Schaden in Höhe von rund 7.000 € bei der Versicherung geltend gemacht worden sein. Bei weiteren Unfällen sollen an Kreuzungen insbesondere mit Linksabbiegern fiktive Unfälle dadurch herbeigeführt worden sein, dass einer der Angeklagten bewusst in ein anderes und von einem Mitangeklagten gesteuertes Fahrzeug hineinfuhr; in anderen Fällen wurden offensichtliche Fahrfehler (etwa beim Ausparken) vorgetäuscht, um so eine möglichst vollständige Haftung der jeweiligen Haftpflichtversicherung zu erreichen.

(Az.: 70 KLs 16/16)

(Stichwort: „Versicherungsbetrug mit gestellten Verkehrsunfällen“)

III.

19. große Strafkammer

Sicherungsverfahren gegen

Sonja S., geb. 1979

(Verteidiger: Rechtsanwalt Jens Werner Theunert, Seelze)

Rechtsanwalt Wulf-C. Brandes, Hildesheim)

wegen Raubes u.a.

Prozessauftakt:

Mittwoch, 29.07.2020, 09:00 Uhr, Saal 3H1

Fortsetzungstermine:

Freitag, 14.08.2020, 09:00 Uhr, Saal 3H1

Dienstag, 25.08.2020, 09:00 Uhr, Saal 3H1

Gegenstand:

Die Staatsanwaltschaft beantragt, die Unterbringung der Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus anzuordnen. Am 15.02.2020 soll die Beschuldigte die später Geschädigte auf der Kanalstraße in Hannover unter einem Vorwand angesprochen haben. Als die Geschädigte sodann ein Mehrfamilienhaus betreten wollte, soll die Beschuldigte plötzlich ihren Fuß in die Haustür gestellt und die Zeugin mehrfach heftig an den Haaren gerissen und ihren Kopf gegen eine Glasscheibe geschlagen haben; außerdem soll sie der Geschädigten mehrfach ins Gesicht geschlagen und gegen die Beine getreten haben. Anschließend soll die Beschuldigte gemeinsam mit einer hinzukommenden und bislang unbekannten Mittäterin die Handtasche der Zeugin geöffnet und deren Portmonee und Mobiltelefon an sich genommen haben, um diese Gegenstände für sich zu behalten. Die Beschuldigte soll zur Tatzeit unter einer wahnhaften Störung und einer Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ gelitten haben und deshalb schuldunfähig gewesen sein. Nach vorläufiger psychiatrischer Sachverständigenbegutachtung soll zudem die Gefahr weiterer Straftaten bestehen.

(Az.: 39 Ks 11/20)

(Stichwort: „Sicherungsverfahren wegen Raubüberfalls“)

Dr. Thalmann

Richter am Landgericht

Pressesprecher

Artikel-Informationen

erstellt am:
23.07.2020

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